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26.11.2009

Der Kober unterwegs ... in dunklen, "heiligen" Höhlen: Coves de Sant Josep - La Vall d'Uixó

Die "dunklen" Filmausschnitte sind original gefilmt in den Höhlen. Dort war es leider ziemlich dunkel und man sieht kaum etwas. Die hellen kurzen Filmausschnitte sind abgefilmte Fotos.

Durch die Höhlen wäre ich gerne mit meinem Kanu gepaddelt. Schöne Stimmung dort unten.

23.11.2009

Der Kober unterwegs ... schon in Benicarlo wieder Probleme mit der Schaltung

11.11.2009 in Benicarlo
Wieder Probleme mit der Schaltung hinten. Das Gewinde im Schaltungsauge, an dem die Schaltung befestigt wird, ist ausgerissen, die Schaltung lässt sich nicht mehr befestigen. Ich bin nur 70 km von Amposta über das Ebro Delta nach Benicarlo geradelt. Wieder gilt: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.



Ich suche einen Radladen oder eine Karrosserie, um die Schaltung anschweissen zu lassen. Musste ich in Frankreich für meine abgerissene Stange am Anhänger auch schon. Vorher kaufe ich schnell noch Brot und Saft im "Mercardo". Da höre ich jemanden Deutsch reden. Ich spreche die beiden an. Ein Spanier mit seiner deutschen Frau. Sie kennen sich aus mit Fahrrädern. Ihr Sohn war früher, wie ich, Radrennfahrer und hatte als Junior das "Grüne Band" gewonnen, war also mal richtig gut.
Herr Murato erkundigt sich nach einem Radladen, läuft sogar mit mir dort hin und dolmetscht. Im Laden erhalte ich eine Wegbeschreibung zu einem "Taller de reparaciones", einer Reperaturwerkstatt, einem Schlosser. Da diese schon geschlossen hat, suche ich mir einen Schlafplatz am Strand. Das geht schnell, da ich den Strand schon kenne. Ich lege mich ein paar Meter neben das Klohäuschen, an dem ich den ganzen Tag verbracht hatte ... wegen der Streckdose. Mein Laptop-Kabel ist glücklicher Weise lang genug, dass ich am Strand sitzen und arbeiten kann.

12.11.2009 in Benicarlo
Am Morgen schiebe ich Rad und Anhänger zu dem Schlosser, es ist nicht weit. Die haben gerade Siesta. 15 Minuten warten.

Dann kommt ein älterer Mann, ich zeige ihm mein Problem, erklären kann ich das auf Spanisch noch nicht. Er schweisst einfach etwas Metall in das Schaltungsauge, bohrt das Loch grösser, schneidet mit einem Gewindeschneider ein Gewinde rein und schraubt die Schaltung wieder dran. Noch ein bischen die Richtung korrigieren. Fertig.

Ein junger Mitarbeiter in der Schlosserei ist sehr neugierig und hilfsbereit. Unser Gespräch:
"Alemán?" - "Si."
"Aqua?" - "No."
"Dormir? - "En la playa."
"Brrr frio." - "No, me gusta."
Auf Deutsch: "Bist du Deutscher? - Ja." "Willst du Wasser? - Nein." "Wo hast du geschlafen? - Am Strand." "Brrr, ist doch kalt. - Nein, ich liebe es." (Nachttemeratur etwa 16 Grad, tagsüber bis 24.)
Erst hat er mir Wasser angeboten und dann meine Kette geölt. Muchas Gracias!

Für 10 Euro alles wieder heil. Naja, wird sich zeigen, wie heil, wenn ich die nächsten 250 km bis Denia hinter mir habe. Ich bin noch skeptisch.

Jetzt sitze ich wie gestern am Strand "Platja de la Morrongo" neben der Steckdose des Klohäuschens und schreibe und geniesse die Sonne und das Wellenrauschen.

Der Kober unterwegs ... sucht nach einer Schaltung in Amposta

09.11.09 Ebro Delta

Glück im Unglück: Am Montagmorgen teste ich, wie das Boot mit Gepäck und kaputtem Boden im Wasser liegt. Da der Wind nicht mehr so stark bläst, traue ich mich raus auf den Ebro und paddle die 12 km nach Amposta.



Mittags komme ich in Amposta an, lade alles auf Anhänger und Rad. Ich bin guter Hoffnung, in der doch nicht so kleinen Stadt einen Radladen zu finden, um eine neue Schaltung zu kaufen. Vom Kanu hatte ich inzwischen genug, ich wollte zurück aufs Rad. Aber ich finde keinen. Alle Einheimischen, die ich frage, haben keine Ahnung.

Die Tourist-Information, die sich ja auskennen muss, hat vor ein paar Minuten geschlossen. In einem Internet-Cafe schaue ich im "allwissenden" Web nach, aber selbst dort kann ich für Amposta keinen Radladen finden. Was tun? Mit Rad und Anhänger 15 km zurück nach Tortosa laufen? Dort gibt es laut Web zwei Radläden. 5 km zum Bahnhof nach L'Adea laufen und von dort mit dem Zug nach Tortosa, Castellon oder Valencia?

Noch unendschieden laufe ich durch die Stadt und entdecke in einer kleinen Nebenstrasse einen kleinen Radladen. Geschlossen. Siesta, ist ja erst 16 Uhr. Um 17 Uhr wird geöffnet. Also eine Stunde warten.

Glück gehabt. Der Besitzer ist ein ehemaliger Radrennfahrer, wie ich, und sogar mal als Profi mit Reimund Dietzen (ein Deutscher) für PDM geradelt. Er verkauft und montiert mir eine gebrauchte Shimano Deore (ist eine der besten Schaltungen) für 20 Euro. Als ich mich draussen startklar mache, um mal wieder zu radeln und mir im Dunkeln eine Schlafplatz zu suchen, kommt er noch Mal raus und steckt mir einige Riegel und Getränkepulver in meine Packtaschen. Wieder mal Glück im Unglück.

Der Kober unterwegs ... auf der "komischen" Regenbogen-Insel im Ebro

07. und 08.11.09 auf der"Regenbogen"-Insel im Ebro bei Amposta

Der Wind bläst mir in den Rücken und treibt mich vorwärts. Und wird immer stärker. Die Wellen werden höher und von den Bergen scheint eine dunkle Wolkenwand vom Wind getrieben näher zu kommen. Ich werde etwas hecktisch, da mein Boot kaum noch zu steuern ist. Da ich gerade an einer Insel entlang geblasen werde, will ich dort ans Ufer.



Da alles schnell gehen muss, achte ich nicht auf Äste im flachen Wasser, die mir prompt ein Loch in den Boden des Kanus reissen. Nun war nicht nur mein Rad mit der defekten Schaltung nicht mehr fahrbar, sondern auch das Kanu kaum nutzbar. Die Solarmatte ist schon länger defekt, also habe ich auch keinen Strom.

Wind und Wellen treiben mich fast an der Insel vorbei, ich schaffe es im letzten Moment mich an Land zu retten.

Die Insel ist allerdings echt schön mit verknorrten Bäumen, wilden Sträuchern und grünen Wiesen. Ich mache das Beste daraus und richte mich mit Zelt wohnlich auf der Insel ein. Den Sonntag, meinem Ruhetag, verbringe ich gleich dort und habe eine wirklich gute Zeit mit guten Gedanken und Ideen. Eine Schaltung fürs Rad hätte ich am Sonntag eh nirgends bekommen.

Die Insel taufe ich tröstend "Regenbogen-Insel", da ich in den eineinhalb Tagen 4 Regenbögen sehe.

21.11.2009

Der Kober unterwegs ... "Hilfe, die Insel brennt!"

06.11.09 "Feuer"-Insel im Ebro bei Tortosa

Glück im Unglück: Auf einer schönen kleinen Insel übernachte ich alleine und ganz in Ruhe, ohne Autos und Lärm, nur auf Isomatte, ohne Zelt, mit Blick auf den Sternenhimmel. Me gusta! Das gefällt mir sehr!

Da viel trockenes Reisig und Holz rumliegt, zünde ich ein kleines Lagerfeuer an - was ich sehr selten tue. Plötzlich werde ich wach und ein ziemlich großer Teil neben meinem Lager steht in Flammen.



Mit einer 2-Liter-Flasche versuche ich das Feuer zu löschen, habe aber null Chance. Da kommt so etwas Panik hoch. Was kann ich tun? Um meine Sachen habe ich wenig Sorge, die könnte ich schnell aufs Boot und in den Ebro in Sicherheit bringen. Aber ich will nicht als Brandstifter in die spanische Geschichte eingehen, und nicht, dass die ganze schöne Insel abbrennt wegen mir.

Da fällt mir ein, dass ich drei Tage vorher einen sehr stabilen leeren 30-kg-Sack für Blumenerde gefunden und mitgenommen hatte. Schnell schnappe ich mir den. Hoffe, er ist wasserdicht, und renne die 5 Meter zum Fluss. Schnell möglichst viel Wasser in den Sack. Mit den 10 bis 15 Litern wieder zum Feuer. Das wird schnell grösser, da alles strohtrocken ist.

Glück gehabt. Die 10 bis 15 Liter dämmen das Feuer ein. Also renne ich zig Mal hin-und-her mit meinem "Wasser"-Sack und lösche alles.

Es beginnt zu regnen, als ich gerade wieder im Schlafsack liege. Zwar nur ein leichter Regen, aber ein nass werden meine Sachen schon. Dem Feuer hätte dieser Nieselregen allerdings nichts anhaben können.

Gut, dass ich nicht 5 Minuten länger geschlafen und mich die Hitze und das Knistern geweckt hatten. Gut auch, dass ich diesen Sack gefunden und mitgenommen hatte.

Danke Gott für die Windstille. Wenn ich an den starken Wind tagsüber denke, dann "Ade!".