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03.11.2013

Ausruhen in Montenegro

07.11.2013 Donnerstag 74. Tag

Endlich laufen wir wieder, Rob-mit-den-7-T-Shirts-und-5-Socken, Tocco und ich. Am Anfang wandern wir zuegig in Richtung Skadar in Albanien. Doch bald werden wir langsamer. Alle moeglichen Muskeln schmerzen von der ungewohnten Bewegung. 5 Tage rumliegen ohne Wandern war wohl doch etwas lang. Rob-mit-den-7-T-Shirts-und-5-Socken fuehlt sich noch kaputter, als ich.
Ja richtig. Rob hat 2 Paar Socken entsorgt. Bei den 7 T-Shirts tut sich noch nichts.

Nach 20 km suchen und finden wir ein Lager auf einem kleinen Huegel bei Vladimir, einem Dorf kurz vor der Grenze. Unsere erste Nacht im Freien diese Woche.

Morgen sind wir in Albanien. Mir bammelt ein bischen davor. Vor 20 Jahren kam man in das Land kaum rein.


02.-06.11.2013 Samstag - Mittwoch 69.-73. Tag

Faulenzen. Spielen. Waesche waschen. Im Internet recherchieren. Am SAND-Strand spazieren.
Rob-mit-den-7-T-Shirts gratuliert Nachts seinem Vater in Kanada per Videochat. Ich werde trotz Biwacksack im Regen nass. Der ist nicht dicht.

Ohne Rucksack, wie leicht und bequem, laufe ich mit Tocco ueber die Strasse in die City von Ulcinj und weiter bis nach Stari Grad, der Altstadt, und ueber einen Wanderweg entlang der Felsenkueste zurueck zu Blue Star, unserem "Campingplatz". Mal eben so ein Drei-Stunden-Spaziergang.

Die 7 T-Shirts von Rob sind noch nass von Regen und Waschen. Seine 7 Socken auch. Meine beiden Schlafsaecke sind nass, weil der Biwacksack nicht dicht ist. Die Naechte auf Montag und auf Dienstag soll es noch mehr regnen. Also ziehen wir vom Garten in ein Zimmer mit zwei Betten um. Die kleine private Anlage "Blue Star" gefaellt uns und die Familie ist sehr nett. Die beiden Jungs spielen mit Tocco, bis er totmuede ist.

Rob-mit-den-7-T-Shirts-und-7-Socken war in Kanada Koch und kocht heute fuer uns. Das ist nicht leicht fuer ihn mit den begrenzten Mitteln. Wir kaufen ja nicht 1 Liter Oel und verschiedene Gewuerze fuer die ein oder zwei Tage. Er ist nicht zufrieden. Aber es schmeckt und wir werden satt.

Toccos Magen grummelt vor sich hin. Hat nur Morgens ein wenig gegessen. Irgendwas hat er. Wir gehen eine halbe Stunde raus, aber er erledigt nur sein "small business" (kleines Geschaeft). Big business ist nicht.

Wir warten, warten, warten ... dass der Regen aufhoert.

31.10.2013

National Park Shkoder See

01.11.2013 Freitag, 68. Tag
Eine halbe Stunde bis zum Bahnhof laufen, eine halbe Stunde Zugfahrt - und wir sind in Podgorica, der Hauptstadt Mazedoniens. Leider nur, um zu erfahren, dass kein Zug nach Shkoder in Albanien faehrt. Auch kein Bus. Die gute Nachricht ist, Hunde koennen im Bus kostenlos mitfahren.
Rob-mit-den-immernoch-7-T-Shirts, Tocco und ich steigen kurz entschlossen in den naechsten Bus, um ueber Virpaza, wo wir herkamen, und Bar nach Ulcinj zu fahren. Von dort soll es Busse nach Albanien geben. Ulcinj liegt ganz im Sueden von Mazedonien. Bis zur Grenze nach Albanien sind es etwa 20 km.
Tocco muss tatsaechlich nichts bezahlen. Aber als wir unsere Rucksaecke unten in den Bus legen, zeigt der Busfahrer auf Tocco und dann neben die Rucksaecke. Tocco soll unten im Dunkeln beim Gepaeck einsteigen. Ich zoegere. Kann ich ihm das zumuten?
Wir probieren es und ich sitze mit "Bauchweh" im Bus. In Ulcinj klettert Tocco ueber die Rucksaecke aus dem Busdunkel als sei das normal. Scheint ihm nichts auszumachen. Mehr weiss ich, wenn er das naechste Mal da unten rein soll.
Wir laufen hinaus aus der Stadt, um einen Schlafplatz in der Natur zu finden. Am Stadtende spricht uns ein Mann von seinem Balkon aus an, ob wir ein Camping suchen und bietet uns fuer 4 Euro pro Person seinen Garten an, inklusive WC, Dusche und Wifi. Wir schlagen zu und campen im Garten.

31.10.2013 Donnerstag, 67. Tag
Knallroter Sonnenaufgang ueber dem Shkoder See. Ausgezeichneter Start in den Tag.
Rob-mit-den-7-T-Shirts, Tocco und ich wandern bis Virpaza. In einem Restaurant essen wir und nutzen Free Wifi, Rob-mit-den-7-T-Shirts um nach einem Flug nach Malta zu suchen und ich um eine Auslandsreisekrankenversicherung (was fuer ein Wort!) fuer ein halbes Jahr abzuschliessen. Der Unterschied sind 200 statt 1400 Euro.
Wir laufen die 700 m zum Bahnhof Virpaza umd wollen uns informieren. Aber es gibt leider keinen Schalter. Zwei junge Maenner erzaehlen uns, dass die 30 km Zugfahrt nach Podgorica 1,40 Euro kostet. Wir warten 10 Minuten auf den nachsten Zug, um vom Schaffner zu erfahren, dass Hunde mitfahren koennen - mit Maulkorb. Wahrscheinlich fahren wir morgen mit und hoffen, nach Shkoder in Albanien fahren zu koennen.
Wir laufen wieder nach Virpaza und kaufen ein. Circa 2 km ausserhalb von Virpaza uebernachten wir auf einem Huegel. Rob-mit-den-7-T-Shirts schlaeft in seinem engen kleinen Zelt, Tocco und ich unterm riesigen Sternenzelt. Vorm Einschlafen sehe ich eine kurze, gewaltige und gruen schimmernde Sternschuppe. Ein ausgezeichneter Tagesabschluss.

30.10.2013 Mittwoch, 66. Tag
Rob-mit-den-7-T-Shirts, Tocco und ich wandern bergab bis zum Fluss und Dorf Rijeka, dann am Fluss entlang und zum Schluss bergauf bis kurz vor Komarno. Wir finden einen Platz mit genialer Aussicht auf den See Shkodes und die Zweieinhalbtausender dahinter.
Das Lager ist nicht optimal, kein frisches Trinkwasser, aber flach, ruhig, weit genug von der Strasse und ausgezeichnete Aussicht nach Osten, also gute Chance auf Sonnenaufgang und fruehe Waerme.
Seit zwei Wochen scheint jeden Tag die Sonne, minimum 10° Grad bei Nacht und 20 bis 25° Grad am Tag. Wir spielen mit zwei Wuerfeln, trinken Whisky haben Spass und quatschen.
Was fuer ein Leben!

30.10.2013

Rob, der Mann mit den 7 T-Shirts

29.10.2013 Dienstag, 65. Tag
2 km bergab laufen und wir sind in Cetinje. Rob-mit-den-7-T-Shirts, Tocco und ich sitzen lange in der Pizzeria und verspeisen eine Riesenpizza, planen den weiteren Reiseweg und laden die Akkus unserer Smartphones auf.
Einkaufen, Wasserflaschen auffuellen, dann wandern wir wieder. Es ist schon 15 Uhr. Die Rucksaecke sind prall gefuellt mit Proviant und daher arg schwer. Wir troesten uns damit, dass sie morgen frueh schon leichter sein werden. 5 km laufen wir zuegig auf der Hauptstrasse nach Osten in Richtung Podgorica, der Haupstadt von Montenegro. Dann endlich weg von den vielen Autos auf eine kleine Nebenstrasse nach Suedosten in Richtung Skadarsko Jezero National Park mit dem Shkoder See. Nach einer halben Stunde verschwindet die Sonne hinter den Bergen und wir finden bald ein Nachtlager. Heute also nur etwa 10 km gelaufen, aber es war schoen.

28.10.2013 Montag, 64. Tag
Wir verlassen den Gipfel und wandern den ganzen Tag zuegig bergab, 25 km durch den Naturpark Lovcen. Zwei Kilometer vor Cetinje uebernachten wir, obwohl der Proviant kaum fuer eine Mahlzeit reicht. Aber in der Stadt wollen wir nicht uebernachten. Und im Dunkeln noch aus Cetije raus wandern und einen Schlafplatz suchen auch nicht.
Wir haben genuegend Zeit und plaudern und vergleichen unsere Ausruestung. Rob hat ein leichtes kleines Zelt von MSR, eine Luftmatraze von Thermarest und Schlafsack. Minimale Top Ausruestung. Allerdings schleppt er 7 T-Shirts in seinem Rucksack. Erstaunlich.

27.10.2013 Sonntag, 63. Tag
Tocco, Rob und ich wandern immer bergauf durch einen Buchenwald mit arg kleinen Buchen. Irgendwann sind wir fast um den ganzen Berg Lovcen herumgelaufen, bis wieder endlich an dem Weg sind, der auf den Gipfel fuehrt. Noch eineinhalb Stunden bergauf und wir sind oben. Immerhin 1749 m hoch. Geniale Rundum-Aussicht ueber Berge und Meer, im Suedosten der Rumija (1593 m), im Osten viele Zweitausender, z.B. eine Gebirgskette mit Kom Kucki (2484 m), Maglic (2141m) und Surdup ((2182 m). Und die Bjeshket e Namuna mit Jezerces (2694 m) und Okol (2570 m).

Wir entscheiden, hier oben zu uebernachten. Kaum geht die Sonne unter, frischt der Wind aus Norden auf. Wir bleiben trotzdem.

25.10.2013

Altstadt und Bucht von Kotor, Welterbe Kultur und Natur

26.10.2013 Samstag, 62. Tag
Vier Wanderer mit Rucksack wandern am Morgen an uns vorbei. Sie kommen aus Erfurt und wollen wie wir nach Kotor und auf den Lovcen, sind wie wir von Cavtat aus gewandert. Cool.
Wir besichtigen die Altstadt von Kotor. Klein aber fein. Wie Dubrovnik autofrei.
Gegen Mittag treffen wir Rob wieder, den jungen Kanadier, den wir aus Kroatien kennen. Wir besprechen unsere Ziele und beschliessen, ein Stueck gemeinsam zu wandern. Und los gehts, wieder ueber Serpentinen, einen Wanderweg hinauf in Richtung Lovcen. Im Kiefernwald oben auf einem Hochplateau uebernachten wir, Rob in seinem kleinen Zelt, Tocco und ich unterm riesigen Sternenzelt.

25.10.2013 Freitag, 61. Tag
Wir wandern durch einen Buchenwald nach Suedosten. Am Sv. Ilija, 785 m, pausieren wir. Tolle Rundum-Aussicht. Wuerde hier gerne uebernachten und Sonnenuntergang und Aufgang erleben. Aber Wasser ist leer. Wir steigen drei Stunden ab. Zuletzt auf Serpentinen eines uralten, vielleicht sogar roemischen, Fahrweges.
In einer der letzten Serpentinen, die genug Raum fuer ein Lager bietet, deponiere ich den Rucksack hinter einer Mauer. Erleichtert steigen wir ganz ab nach Kotor und kaufen Proviant. Steigen wieder auf und schlafen in der Serpentine hinter einer kleinen alten Mauer.

24.10.2013 Donnerstag, 60. Tag
An Strandpromenade oder auf Strasse wandern wir bis Kamenari und setzen mit der Faehre nach Lepetane ueber. Kostenlos fuer Hunde und Fussgaenger. My Montenegro.
Auf der kleinen Strasse wandern wir am Ufer entlang, vorbei an der alten Kirche Gospa od Andela bis nach Stoliv. Dort biegen wir rechts ab auf einen kleinen markierten Wnderweg bergauf durch einen Maronenwald. Prompt treffen wir auch einen sprachbegabten Maronensammler. Das Jahr 2013 warf keine gute Ernte fuer ihn ab. Dies und anderes kann er mir in drei Sprachen erzaehlen. Italienisch mangelt es mir, Englisch sptechen wir beide.
400 m hoch ueber dem Meer gelangen wir auf eine Lichtung. Obwohl wir nur Aussicht in eine Richtung geniessen koennen, im schmalen Winkel von 45 Grad, wir bleiben. Denn es ist unser Berg, der Lovcen, auf dem gerade die letzten rotgoldenen Sonnenstrahlen ergluehen. Und dann schnell verblassen.
Wir wollen schlafen, als wir eine Kuhglocke hoeren, die sich langsam naehert. Tocco knurt und bellt, auf Kuehe und Kuhglocken ist er seit den Alpen nicht so gut zu sprechen. Da waren 11 Kuehe einsmalst arg aufdringlich. Die Kuh laeuft zweimal um unser Laget. An Schlafen ist bei dem Gebimmel so nah nicht zu denken. Erst als die Kuh meine Brotkrummen sieben Meter von unserem Schlafplatz entdeckt und genuesslich aufgeleckt hat, gibt sie Ruhe und wackelt weiter.
Fee feiert Geburtzstag.

21.10.2013

UNESCO Welterbe: Stadt und Bucht Kotor

22.10.2013 Dienstag, 58. Tag
Morgens hoeren wir Gewehre knallen und stehen auf. Ich gehe drei Mal zur Rezeption, um zu bezahlen. Nie treffe ich jemanden an. Gegen 10 Uhr verlassen wir den Platz und sparen 30 oder mehr Kunar.

Ein echt kleiner Market, aber das Noetigste koennen wir einkaufen. Bis auf Hundefutter. Es gibt Katzenfutter. Wir kaufen Katzenfutter. Tocco ist das egal. Er futtert auch dieses Trockenfutter. Wir marchieren ein zweites Mal in den kleinen Laden und kaufen alles Katzentrockenfutter auf.

Nach 2 km biegen wir auf eine Schotterpiste ab. Bald kommen uns zwei Jaeger mit Hund entgegen. Die zwei Hunde bekaempfen sich und muessen getrennt werden. Fuer Tocco ist es schwierig sich zu verteidigen mit Rucksack auf dem Ruecken und auch noch an der Leine. Ich spreche die zwei Jaeger an: "Ich hoerte euch am Morgen schiessen. Was jagt ihr?" Da ihnen die englischen Worte fehlen, packt einer in seinen Sack und zieht eine Taube hervor.

Im Auto Kamp, so die kroatische Schreibweise, hatten wir uns reichlich mit Trinkwasser versorgt, circa 4 Liter. Einen Liter trinkt Tocco in unserer Mittagshitzepause mit Blick hinunter auf Molunat. Mein Rucksack ist ein Kilo leichter. Bei sonnigen ueber 20° Grad fluche ich ueber den schweren Balast und schwitze arg, jedenfalls wenn es bergauf geht. 10 bis 15 kg leichter waere angenehm zu wandern. Tocco schlaeft seelenruhig im Schatten, die Nacht war fuer ihn wohl nicht so erholsam mit den vielen Katzen, Hunden und anderen Geraeuchen in Molunat.

Eigentlich wollten wir zur kleinen Halbinsel im aessersten Suedosten von Kroatien. Doch die steinigen Pisten sind verwirrend und meine Karte nicht detailiert genug. Wir landen auf einer Klippe hoch ueberm Meer genau zwischen der Halbinsel und dem kleinen Grenzuebergang, den ich links unter mir sehe. Die Aussicht ist fantastisch. Links die Bucht von Kotor, Herceq Novi und den hohen Berg im Hintergrund, den Lovcen, 1749 m. Vor uns die Kueste Montenegros. Und rechts die kleine kroatische Halbinsel und das weite Mittelmeer.

Wir essen gemuetlich und geniessen die Aussicht, da hoere ich ein Auto die Schotterpiste naeher kommen. Hat der sich verirrt? Hier ist Sackgasse und es wird gleich dunkel. Es ist ein Polizeiauto. Kommen die extra wegen uns hier hoch?
Vier junge Maenner in Uniform steigen aus und kommen zu uns. Sie wollen meinen Personalausweis sehen. Tocco`s nicht. Sie kommen tatsaechlich von dem kleinen Grenzposten. Haben uns wohl von unten gesehen. Sie fragen: "Wollen Sie hier uebernachten?" Ich: "Wenn das kein Problem ist, ja." Die Polizisten: "Nein, kein Problem. Gute Nacht." Und schon verschwinden sie wieder.

21.10.2013 Montag, 57. Tag
Heute morgen liegen wir noch eine Weile in der Sonne zwischen den Felsen bei Popovici ganz im Suedosten von Kroatien. Bis zur Grenze nach Montenegro und zur Bucht von Kotor sind es 20 km. Koennten wir heute schaffen. Aber wahrscheinlich muessen wir erst nach Molunat, um Proviant einzukaufen, denn es wird einige km vor und nach der Grenze keinen Market geben.

In Molunat auf dem Campingplatz "Adriatic II" schlafen wir unter Kiwis und Zitronen.