17.03.2014

Mount Athos

 Mt Athos


Noch weit unterhalb des Gipels liegt Mitte März teilweise  10 cm Schnee


Kloster Simon Petra mit Mt Athos


13.03.2014

Garten der Jungfrau Maria: Athos

Donnerstag 13. März 2014 - Reisetag 200 - in Ouranoupoli, Griechenland

Manchmal ist es gut, ein Mann zu sein. Manchmal ist es gut eine Frau zu sein. Manchmal nicht. In den Garten der Jungfrau Maria darf keine Frau. Kein weibliches Wesen. Keine Frau, keine Hündin, keine Kuh, kein Schaf, keine Henne, keine Eselin. Die Mönche verbieten es. Nur Männer und männliche Tiere dürfen zum Berg der JungFrau: Athos.

Und die Mönche haben die Macht. Die Halbinsel Athos in Griechenland ist ein Staat im Staat mit Sonderrechten. Man benötigt ein "Visum" (30 Euro). Die Hauptstadt Karyes, äh Dorf, hat um die 300 Einwohner, vielleicht sind es auch 500.
Ich als Mann darf hinein zur Jungfrau und möchte den Berg Athos besteigen, 2033 m hoch.
Warum dürfen Frauen nicht hinein? Wer weiß das schon so genau? Die einfache Antwort: Die Mönche wollen es so!
Ich spekuliere mal: Durch Eva und ihre Verführungskünste haben wir den Garten Eden verloren.
Glücklicher Weise hat uns die Jungfrau Maria einen neuen Garten geschenkt. Damit wir Männer nicht wieder der weiblichen Verführung erliegen und den Garten nochmals verlieren, sperren wir die Frauen aus. Zu ihrem eigenen Wohl, weil wir sie wahrhaft lieben.
Um als Frau nach Athos zu gelangen, muss sie sich sehr gut verkleiden. Entweder als Mann mit passendem Reisepass. Oder als Katze. Katzen sind erlaubt, na sagen wir geduldet. Bei Mäusen und Ratten endet nämlich die wahrhafte Liebe.
Vielleicht ist Athos eine Art Frauenhaus (ich meine die Häuser, in die Frauen aus Angst vor Männern flüchten), halt für Männer, die vor Frauen flüchten, nur etwas größer. Rund 2.000 Mönche leben auf der Halbinsel in etwa 20 Groß-Klöstern, einigen kleineren Klöstern und wenige noch asketischer und zurück gezogener in Höhlen direkt am Heiligen Berg.

Ja, der Berg ist Heilig.
Was bedeutet Heilig? Ich verstehe es so: Es gibt das Profane und das Heilige, das Normale und das Besondere. Zum Beispiel: 6 Tage sind gleich, sind Arbeitstage und ein Tag, der Sonntag, ist Ruhetag, ist anders, besonders, ausgesondert, ausgewählt, auserwählt.
Sicher vereinfacht und in unserem Sprachgebrauch: der Athos ist ein besonderer Berg, anders als die anderen.
Und das ist er tatsächlich, schon geografisch. Stelle dir eine 40 km lange und 5 km breite Landzunge vor. Du wanderst im Norden an der "Mündung" zur Landmasse los. Immer nach Süden. Dort soll direkt am Meer ein märchenhafter Garten liegen mit einer traumhaft schönen Jungfrau. (Frauen müssen das jetzt für sich umdenken). Du liebst Schönes und möchtest beide anschauen.
Du wanderst 37 km, meistens leicht bergan, keine nennenswerte Steigung.
Du bist fast da, das Meer sollte gleich zu sehen sein. Doch vor dir erhebt sich ein steiler gigantischer Berg, über 2.033 m hoch, schneebedeckter Gipfel.
Du quälst dich hinüber. Endlich erreichst du ausgezerrt von den Strapazen das Meer. Doch du findest keinen Garten, keine Jungfrau, sondern ein Kloster mit alten langbärtigen Mönchen.
Das ist Athos.

Das "Visum" erhalte ich morgen und darf im Garten der Jungfrau lustwandeln und die Natur, das Besondere genießen. UNESCO Welterbe wird man nur, wenn man besonders ist, einzigartig ist. In der Sprache der UNESCO heißt das: endemisch.


Mount Athos aus 30 km Entfernung von Ouranoupoli aus fotografiert !

28.02.2014

Weiter nach Süden !

Nach 91 Tagen übewintern in Peshkopi, Albanien, wandere ich endlich weiter.
Nach zwei Tagen erreiche ich Debar (oder Diber) und folge dem Fluss Drin. Kaum außerhalb des Ortes hält ein Mercedes und nimmt mich mit bis nach Struga am Ohrid See.
Am nächsten Tag wandere ich am See entlang nach Ohrid. Direkt am Ortseingang am See finde ich ein Zimmer für 10 Euro. Eine Woche lang besichtige ich den See und die Stadt.
Tagsüber ist es angenehm,  aber Nachts arg kalt. Ich will endlich wieder draußen schlafen. So beschließe ich, ans Mittelmeer zu fahren,  nach Vlore in Albanien.
Da von Ohrid kein Bus nach Albanien fährt,  wandere ich zurück nach Struga.
Nach Albanien fährt der nächste Bus erst morgen.  Aber nach Istanbul noch heute abend.  Westen oder Osten?

21.02.2014

An der Grenze nach Mazedonien

Weit wandern wir nicht, etwa 10 km. Wir übernachten direkt an der Grenze von Albanien nach Mazedonien in einem kleinen Hotel-Restaurant.  Die Nacht im Freien war doch etwas kuehl. Bis Debar sind es 13 km. Das könnten wir heute schaffen.

20.02.2014

Winter Ade! Der Kober wandert wieder mit Hund Tocco

Ade Winterzeit. Ade Spielzeit.
Willkommen Frühling.  Willkommen Wanderzeit. On the road again.

Tocco und ich wanderten gestern von Peshkopi in Albanien los in Richtung Süden,  Mazedonien und Ohrid See.

Den Winter verlebten, verspielten wir dei Monate lang im Hotel Korabi. Jeden Tag kauften wir Brot beim gleichen Bäcker. Ab nun werden wir wieder jeden Tag an einem anderen Ort sein.

Wir wandern durch das Tal des Drin nach Süden, zwischen schneebedeckten Bergen.  Tagsüber scheint die Sonne bei 15 bis 17 Grad, ich wandere in T-Shirt und kurzer Hose. Die Nächte sind leider noch arg kühl, 4 bis 6 Grad. Ohne meinen zweiten Schlafsack muss ich alle Kleidung anziehen, damit ich nicht friere.

Eingerostet nach drei Monaten faulenzen,  erleichtete ich meinen Rucksack um 4 kg und schickte ein Paket nach Hause, inklusive zweitem Schlafsack.

06.02.2014

Für 1 Euro von Europa nach Asien

Samstag 1. März 2014 - Reisetag 188

Der Winter ist vorbei. Am ersten Tag des neuen Monats steige ich morgens nicht ganz ausgeschlafen in Istanbul, Türkei aus dem Bus. 15 Grad, Sonnenschein.

In Fatih Aksaray finde ich im ersten Hotel das wahrscheinlich billigste Hotelzimmer in der City. Ein winziges Dachzimmer mit WC und Dusche für 15 Euro. Nur Mehrbettzimmer sind billiger, 10 Euro, aber die mag ich nicht.

"Haste mal nen Euro? Ich will nach Asien!" In Istanbul ist das möglich. Mit der Marmary, der Metro, fahre ich am 4. März, am 191. Reisetag unter dem Bosporus von europäisch Istanbul nach asiatisch Istanbul. Mit der Fähre auf dem Wasser, auf dem Bosporus wieder zurück nach Europa. Kostet jeweils 3 Türkische Lira, also 1 Euro.



Donnerstag 6. März 2014 - Reisetag 193

Georgien oder Griechenland? Bus, Zug oder Flieger? Von Istanbul aus kann ich überall hin. Was nun? Der Kaukasus reizt mich. Von dort finde ich vielleicht sogar eine Route nach Nepal, Thailand, Indonesien? Oder wie geplant Griechenland mit den Weltnaturerbe Athos Berge und Meteora Klöster?